Mag ja sein, dass die Nationalsozialisten eine Ahnung hatten von Herkunft und Geschichte und deswegen nach den germanischen Urahnen forschten, aber der Autor wird den Verdacht nicht los, dass die sich da was eingeredet haben. Wenn jemand wissen will, welche Richtung eine Gesellschaft nimmt, dann sollte er eher die Principles of Economics von Alfred Marshall in die Hand nehmen. Das dürfte, wenn man von der Geldtheorie absieht, richtungsweisender sein. Im übrigen ist es wahrscheinlich umgekehrt. Herkunft wird von der Zukunft geprägt, wie schon Faust zutreffend feststellte.

Was ihr den Geist der Zeiten heißt,
Das ist im Grund der Herren eigner Geist,
In dem die Zeiten sich bespiegeln.

Wahrscheinlich neigen Menschen dazu, sich den Zustand der Welt irgendwie erklären zu wollen und produzieren dann eine Theorie, die den Zustand der Welt als Resultat historischer Prozesse darstellt. Carlos Murks und der Marxismus ist so ein Beispiel. Da hat man einen Zusammenhang zwischen Herkunft und Zukunft. In der Vergangenheit gab es Kapitalakkumulation und das wird in Zukunft so weitergehen, bis die Expropriateure expropriiert werden. Das ist das, was Popper das Elend des Historizismus nennt. Der Glaube, dass, behauptete, Tendenzen der Geschichte auch die Zukunft prägen werden. Wer von der Vergangenheit geprägt wird, dem fehlt unter Umständen die Vision für die Zukunft, die wiederum nur der Geist liefern kann.

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