Der Begriff Vernunft stellt auf die Akzeptanz von Sachzusammenhängen ab, an die man sich gegebenenfalls anpasst, bzw. in seinem Verhalten berücksichtigt. Unvernünftig handelt, wer Tatsachen und Kausalzusammenhänge bewusst ignoriert. Die Vernunft hat also immer instrumentellen Charakter, der philosophische Begriff der Frankfurter Schule, die instrumentelle Vernunft, ist an sich ein Pleonasmus, so was wie ein schwarzer Rabe. Sinn würde der Begriff nur machen, wenn Vernunft alleine, also ohne instrumentell, notwendig positiv konnotiert wäre, was sie im alltäglichen Sprachgebrauch zwar ist, aber nicht in der Realität, weil die Vernunft alleine keine sinnvollen Ziele setzen kann. Ziele setzt nur der Geist und der kann ziemlich irrlichtern. Der Fun Charakter der Vernunft liegt nahe bei Null, sie ist das Gegenteil des Rausches, der Spontanität, der Bewusstseinserweiterung und was die Menschheit sonst noch alles ersehnt.

Vom Geist wissen wir nur, dass ein Bedürfnis danach besteht, welches aber weit geringer ist, als die Nachfrage, also das mit Zahlungswilligkeit und Zahlungsfähigkeit ausgestattete Bedürfnis. Da die Menschheit nun schon seit der Steinzeit geistige Artefakte hervorbringt und die Produktion, wie auch das Bedürfnis danach auf unterschiedlichen Niveaustufen, derselben quasi exponentiell zunimmt, kann man immerhin sagen, dass der Geist existiert, auch wenn unklar ist, was er eigentlich ist. So richtig kann man den Geist auch nicht von der Unterhaltung trennen, wie wir schon in Goethes Faust nachlesen können.

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